Dritte Architekturwoche Nuernberg A3

Grußwort
Die Dritte Architekturwoche zum ersten Mal in Nürnberg zu Gast – beinahe möchte man sagen: Na endlich! Hat doch Nürnberg eine Menge an qualitätvoller Architektur zu bieten, auch über die historische Altstadt hinaus. Hier wird auch gerne und leidenschaftlich über Architektur, über öffentliche Räume und Bauwerke gestritten und diskutiert, beste Voraussetzungen also, damit die Dritte Architekturwoche ein fruchtbares Umfeld findet.

Ich habe daher gerne die Schirmherrschaft über diese Veranstaltung übernommen, die 2006 unter dem Wortspiel GELD · MACHT · SCHÖN steht. Ich bin überzeugt davon, dass die öffentliche Diskussion um Baukultur die Voraussetzung dafür ist, die eigene Stadt aktiv und mit eigener Meinung zu gestalten. Architektur, so heißt es, beginnt zu Hause. Zu Hause fühlt der Mensch sich geborgen, und dort liegen die Wurzeln seiner seelischen und geistigen Kräfte.

Seit Jahrzehnten diskutiert die Nürnberger Bürgerschaft kontrovers darüber, wie viel moderne Architektur die Altstadt verträgt. Oder anders gefragt: Verträgt die Altstadt überhaupt zeitgenössische Architektur? Die zahlreichen Veranstaltungen der Dritten Architekturwoche werden subjektive Antworten darauf geben oder zur Diskussion stellen. Es sollte Mut gemacht werden, auch mit einer zeitgenössischen Formensprache in der heutigen Architektur, Antworten für Gebäude und Stadträume zu finden. Vielleicht wird so auch das Selbstbewusstsein in Nürnberg gestärkt, damit die Öffentlichkeit sagen kann: Unsere Altstadt ist stark genug, auch neue Akzente zu setzen.

Auch wenn ich davon überzeugt bin, dass weder Geld noch Macht schön machen, freue ich mich auf die vielen Veranstaltungen in unserer Stadt und auf das Spiel mit Worten. Ich wünsche mir jedenfalls, dass die Nürnberger Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt als ihr „zu Hause“ wahrnehmen. Unser Ziel sollte nämlich nicht nur die Akzeptanz zeitgenössischen Bauens sein, sondern die weitgehende Identifikation der Bewohner mit ihrer Stadt, ob Jung oder Alt, ob alteingesessen oder neuhinzugezogen, ob Deutsch oder Migrant.

Ich wünsche der Dritten Architekturwoche ein gutes Gelingen, große Resonanz und eine Strahlkraft, die eine Diskussion über Baukultur und den Umgang mit zeitgenössischer Architektur dauerhaft befördert.

Dr. Ulrich Maly
Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg